Ökumenisch in Langwasser

Um die „Kunden“ soll es gehen

Bei der vierten Sitzung des Projektbeirats am 15. Juli 2021 drehte sich alles um die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle.

Foto: Patrick Tomasso, unsplash.com

Das Projekt „zentrale Anlaufstelle“ wurde als erstes von vielen möglichen ökumenischen Projekten diskutiert, da sich diese Idee nicht nur bei den Beiratsmitgliedern, sondern auch in vielen Gesprächen mit Gremienmitgliedern beider Kirchen als Favorit herauskristallisiert hat.

Es waren viele Fragen, mit denen sich die Mitglieder des Projektbeirates an diesem Abend auseinandersetzen mussten: Eine zentrale Anlaufstelle ausschließlich für kirchliche Belange? Oder soll zusätzlicher Publikumsverkehr generiert werden? Mit Sitzgelegenheit und Kaffeeausschank oder ohne? Im säkularen Raum? Oder aus Kostengründen doch eher innerhalb eines bestehenden Kirchengeländes?

Zu Beginn der Sitzung wurden die Eckpunkte für eine zentrale Anlaufstelle festgelegt: Diese soll zentral liegen und kundenorientiert ausgerichtet sein. Räumlichkeiten sollen einladend und barrierefrei gestaltet sein. Wichtig ist, dass diese Anlaufstelle nachhaltig angelegt wird und damit auch über die Projektzeit hinaus Bestand hat. Die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle ohne Integration der Pfarrämter ist für den Projektbeirat daher keine Option. Bei der Organisation der Arbeitsabläufe sind Synergien zur Einsparung von Ressourcen wünschenswert.

Vier Varianten in der Diskussion:

Variante A „Ökumenisches Pfarramt“: Die katholischen und evangelischen Pfarrämter werden an einem Ort zusammengeführt. Durch eine gemeinsame Zusammenarbeit entdecken die Beschäftigten im Laufe der Zeit, bei welchen Arbeitsschritten man sich gegenseitig unterstützen und somit Zeit einsparen kann. Das finge ganz simpel schon mit dem Weg zur Post an, den man nur noch einmal erledigen müsste. Ein offensichtlicher Vorteil dieser großen Besetzung ist das Angebot längerer Öffnungszeiten.

Variante B „Ökumenische Servicestelle“: Ein Raum mit Tresen als Servicestelle für den Publikumsverkehr, wo die persönlichen Kontakte und telefonischen Anfragen direkt entgegengenommen und bearbeitet werden. Diese Servicekraft arbeitet parallel an zwei Computern, damit sie auf beiden Seiten prompt auskunftsfähig ist, z. B. bei Anfragen zu freien Taufterminen oder Raumvermietungen. Alle anderen anfallenden Tätigkeiten der Pfarramtssekretariate können in einem anderen Raum erledigt werden, im „Backoffice“, ungestört von Telefondienst und Besuchern. Der Dienst am Tresen kann rotieren.

Variante C „Ökumenische Servicestelle mit Begegnungsmöglichkeit“: In Ergänzung zu der in Variante B geschilderten Ökumenischen Servicestelle gibt es zusätzlich Platz für Gespräche und Begegnungen. Das könnte eine kleine Sitzgruppe in unmittelbarer Nähe zum Tresen sein, die dem Besucher ein Willkommen signalisiert. Schön wäre aber auch ein unmittelbar angeschlossener Raum mit einigen Tischen und Stühlen, evtl. Kaffee und kalte Getränke auf Spendenbasis. Diese Begegnungsstätte benötigt wahrscheinlich ehrenamtliche Betreuung.

Variante D „Ökumenische Servicestelle mit Verkaufsangeboten“: In Ergänzung zu der in Variante B bzw. C geschilderten Ökumenischen Servicestelle werden ausgewählte Artikel zum Verkauf angeboten. Niederschwellige Angebote generieren höheren Publikumsverkehr und erleichtern auch kirchenfernen Menschen den Zugang zu einer kirchlichen Einrichtung. In erster Linie wird hier an Trauerkarten oder Thementische zu Kommunion, Konfirmation und Firmung gedacht. Ergänzt werden kann das Sortiment auch mit Eine-Welt-Artikeln oder Erzeugnissen aus Behindertenwerkstätten. Je nach Art und Umfang des Angebotes können Einnahmen zur Finanzierung beispielsweise einer zusätzlichen festen Ladenkraft erzielt werden.

Und welches Modell wird nun für eine zentrale Anlaufstelle favorisiert?

Die Mitglieder des Projektbeirates haben sich zunächst für die Grundvariante einer Ökumenischen Servicestelle mit Tresen und Backoffice ausgesprochen, in der evangelische und katholische Pfarramtskräfte zusammenarbeiten. Idealerweise sollte auch ein Sitzplatzangebot für Besucher vorhanden sein. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte man eine Begegnungsstätte anschließen.

In welchen Schritten man dieses Bild einer zentralen Anlaufstelle umsetzen kann, soll bei der ersten Sitzung nach der Sommerpause diskutiert werden. Dabei wird es vor allem um die Fragen gehen, wie man eine ökumenische Servicestelle schaffen kann ohne dass den Projektpartnern zusätzliche Kosten für Raummiete oder Personal entstehen. Sobald sich konkrete Lösungsansätze ergeben, werden als erstes die Gremien der Projektpartner informiert und in den Entscheidungsprozess eingebunden.

Ilona-Maria Kühn, 22.07.2021